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Papierne Küsse

Papierne Küsse
ISBN Druckausgabe:
9783981435207
Untertitel:
Eine tragische Ost-West-beziehung
Sprache:
Deutsch
Originalsprache:
Deutsch
Anzahl der Seiten:
230
Erscheinungsdatum:
01.02.1970
ISBN ePUB:
9783943609158
Autor(in):
  • eBook Format Icon eBook Format Icon
8,99 €

inkl. 19% MwSt.

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Beschreibung

Liebe im Schatten der Mauer 1962-1965 Als Ingeborg König im Mai 1965 ihre Flucht aus der DDR nach Westberlin zusammen mit ihrem Verlobten Traugott König feierte, hatte sie nur noch kurze Zeit zu leben. Sie, im fünften Monat schwanger, starb an den Folgen einer offensichtlich missglückten Abtreibung. Ingeborg König (geb. 1943) hatte ab 1961 in Jena Germanistik studiert und sich als 18-Jährige in ihren in Westberlin lebenden Cousin verliebt. Was folgte, waren ab Januar 1962 ein intensiver Briefwechsel und gelegentliche Treffen in Ostberlin oder Leipzig. Es war dies eine Liebe im geteilten Deutschland, eine Liebe im Schatten der Mauer. Leider sind, bis auf Ausnahmen, nur die Briefe Ingeborg Königs erhalten, aber durch ihre Bemerkungen kann der Inhalt der Briefe ihres Verlobten erahnt werden. Traugott König machte sich später einen Namen als Übersetzer und Herausgeber von einigen Werken Jean-Paul Sartres und anderer Philosophen. In den Papiernen Küssen klingt vielfach an, was diese Zeit in Deutschland in den frühen 1960-er Jahren ausmachte, als der französische Existentialismus vor allem in der Westberliner Studentenschaft eine erste große Blüte erlebte. Aber Ingeborg Königs Briefe sind auch ein Zeitspiegel der Jenaer Verhältnisse die Studentin machte alles mit, was damals an der Uni bestimmend war, und dies reichte von alltäglichen Geldsorgen, dem allgemeinen Mangel über obligatorische Ernteeinsätze bis hin zum unerträglichen Unterricht in Marxismus-Leninismus. Zugleich charakterisiert sie einige ihrer Professoren, unter ihnen besonders wohlwollend den weit über Jena hinaus bekannten Germanisten Joachim Müller. Über diese Briefe gibt es einen neuen Blick auf das Jena der 1960-er Jahre. Die Briefe wurden nach dem Tode Traugott Königs von Karin König, einer Verwandten, entdeckt, und da diese im Hamburger Reemtsma-Institut für Sozialforschung arbeitet, erkannte sie schnell, dass es sich um mehr handelt als nur um gegenseitige Liebesbekenntnisse und Treueschwüre und konnte, auf Spurensuche, das kurze Leben Ingeborg Königs nachzeichnen bis hin zur Verpflichtung der Studentin als IM der Staatssicherheit. Die deutsch-deutsche Liebe war der Stasi nicht verborgen geblieben, und sie hoffte, Traugott König als Spion in Westberlin anwerben zu können, auch wegen seiner Bekanntschaft mit Sartre. Die kurze Zusammenarbeit wurde aber vom IM Brecht relativ schnell von selbst beendet.